Prozessmanagement für Druckereien (Teil2)

Unsere neue Artikelreihe mit theoretischer und praktischer Betrachtung

Wir tauchen ab

Nachdem wir uns im ersten Beitrag die Entwicklung und den Stand der Druckindustrie heute angeschaut haben, wollen wir uns mit den folgenden Blogbeiträgen um Ansätze und Methoden rund um das Thema Geschäftsprozesse und deren Modellierung kümmern, sowie einige konkrete Beispiele aus der Praxis beleuchten. Hierzu gibt es verschiedenste Ansätze und Methoden.

Grundlagen BPM

Gegenstand des BPM (Business Process Management) bzw. des Geschäftsprozessmanagement ist, betriebliche Abläufe zu optimieren, diese Optimierungen ggf. durch Informationstechnologie zu unterstützen und vor allem ein organisationsübergreifendes Verständnis für BPM zu schaffen. In aller Regel werden auch nicht alle Bereiche eines Unternehmens gleichzeitig optimiert, sondern zunächst strategisch wichtige Bereiche betrachtet, um hier Optimierungsansätze auszuarbeiten.

Aufbauorganisation vs. Ablauforganisation

Druckbetriebe sind oft Familienunternehmen in denen über mehrere Generationen Strukturen nach einer klassischen Aufbauorganisation gewachsen sind. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, steht allerdings oft im Widerspruch zu einem Prozessmanagement im Sinne der dynamischeren Ablauforganisation. Der Aufbau klassischer ERP Systeme (im Druckumfeld auch MIS genannt) lehnt sich oft an den Strukturen dieser Aufbauorganisation an und gibt somit über weite Strecken den Rahmen und die Möglichkeiten einer Prozessoptimierung vor. Der weitaus wichtigere Punkt ist jedoch, dass diese Strukturen, auch auf Mitarbeiterebene nachhaltig geändert werden müssen. Hier spielt das Thema Personalführung und -entwicklung eine entscheidende Rolle. Ein netter Nebeneffekt und weiterer Vorteil der Ablauforganisation ist die bessere Kundenorientierung, als es eine Aufbauorganisation erlaubt.

Phasen des Geschäftsprozessmanagement

Um das Projekt Geschäftsprozessmanagement zielorientiert und erfolgreich durchzuführen empfiehlt es sich natürlich, eine bestimmte Struktur einzuhalten und definierte Methoden anzuwenden. Zunächst mal lässt sich der Optimierungsprozess grob in die folgenden Phasen einteilen.

  • Strategieentwicklung
  • Definition
  • Implementierung
  • Umsetzung
  • Analyse
  • Verbesserung

 

Man spricht hier auch vom „Life-Cycle“ des BPM. Dieser Begriff drückt sehr schön aus, dass BPM ein fortwährender Prozess ist (ähnlich dem KVP) und macht damit auch deutlich, wie wichtig es ist, das Projekt im gesamten Unternehmen zu verankern.

In der nächsten Folge behandeln wir die einzelnen Phasen des „Life-Cycles“

Gerne beantworten wir Ihnen Ihre Fragen!